Verbund Komm.Pakt.Net am 4. November in Ulm gegründet:
Acht Landkreise und über 200 Städte und Gemeinden forcieren den Breitbandausbau

Am Mittwoch, 4. November 2015 wurde im Haus des Landkreises in Ulm der kommunale Pakt zum Netzausbau, Komm.Pakt.Net, gegründet. Der kommunale Verbund soll die Rechtsform einer Gemeinsamen selbständigen Kommunalanstalt erhalten. Ziel des Verbundes aus acht Landkreisen und 213 Städten und Gemeinden ist es, die Bevölkerung im Verbundgebiet mit modernen, leistungsfähigen Breitbandanschlüssen zu versorgen. Der Verbund hat landesweit Modellcharakter. Auch der Ostalbkreis ist dabei.

Die Anbindung an die schnelle und staufreie Datenautobahn ist zu einem herausragenden Standortfaktor geworden – auch und gerade für Kommunen im ländlichen Raum. Aufgabe des Verbundes ist es, die Planung, Weiterentwicklung, Unterhaltung und Verwaltung der zu errichtenden und der bestehenden Breitbandinfrastruktur zu bewerkstelligen. Diese Arbeit erfolgt im Auftrag und in enger Abstimmung mit den am Verbund Beteiligten sowie unter Beteiligung der Breitband- und Telekommunikationsakteuren des Marktes. Aufgabe des Verbundes ist die passive Breitbandinfrastruktur dort auszubauen, wo dies nicht durch den Markt erfolgt. Der anschließende Netzbetrieb ist Aufgabe privater Breitbandanbieter.

Die im Aufbau befindliche Organisationsstruktur sieht einen Vorstand als verantwortliches Organ und einen Verwaltungsrat als Kontrollorgan vor. Über eine Beteiligtenversammlung sind alle Kommunen an den grundlegenden Entscheidungen im Verbund beteiligt.

Aufgaben und Vorteile
Hinsichtlich künftiger Netzausbauplanungen und Vergabeverfahren hat der Verbund Komm.Pakt.Net eine Bündelungsfunktion. Darüber können die beteiligten Kommunen die Kleinteiligkeit im Prozess überwinden, Kosten einsparen, höhere Fördersätze generieren und größere Netze zum Betrieb ausschreiben, die attraktiver für Betreiber sind. Allein dadurch, dass die Arbeiten an einer Stelle statt an vielen gemacht wird lassen sich Fixkosten reduzieren. Ebenso besteht zum Beispiel die Möglichkeit Kostenvorteile über Rahmenverträge für den Netzausbau zu erhalten. Schließlich besteht eine gute Chance, mit größeren Netzen am Markt attraktive Verträge mit Betreibern abschließen zu können. Der Zusammenschluss lohnt sich für die Verbundmitglieder – frei nach dem Motto: gemeinsam auf diesem Aufgabengebiet unterwegs zu sein ist besser, als jeder für sich alleine.

Nächste Schritte
Als nächstes geht es um den Aufbau einer Geschäftsstelle für den Komm.Pakt.Net. Sie wird ihren Sitz zunächst im Landratsamt Alb-Donau-Kreis haben. Dazu gehört die Bestellung eines Geschäftsführers sowie die Gewinnung von weiterem Personal. Danach werden die vorhandenen Daten über den derzeitigen Versorgungsstand mit Breitbandinfrastruktur im Verbundgebiet ebenso zusammengeführt wie auch bestehende Ausbauplanungen. Auf dieser Basis kann dann in die Planung des weiteren Netzausbaus entsprechend den lokalen und regionalen Bedürfnissen der Beteiligten gestartet werden.